23.7 Feedback zum Verhalten des Ausbilders

Lernschritt:

Vorbemerkung

Bei dem jungen Mann, der die Ausbilder-Rolle übernommen hatte, handelt es sich um einen ‚Laien-Schauspieler‘: Er hatte an keiner Vorbereitung zur Ausbildereignungsprüfung teilgenommen. Ihm stand lediglich das vorbereitete Konzept zur Verfügung, das er für die Video-Aufzeichnung verwenden sollte.

gutes Basis-Verhalten des Ausbilders:

  • richtige Sitzposition: über Eck; Auszubildende links neben dem Ausbilder, weil der Ausbilder ein Rechtshänder ist (vermutlich nicht erforderlich, wird aber von vielen Prüfungskommissionen erwartet)
  • klare, gut verstehbare Sprache
  • guter Blickkontakt
  • angemessene, ausdrucksstarke Mimik und Gestik
  • nette, freundliche Gesprächsatmosphäre; ohne Hektik

guter Einstieg:

  • Rückblick / Anknüpfung an etwas Vorangegangenes: vorheriger Unterricht
  • einwandfrei formuliertes Feinlernziel – schon sehr früh genannt
  • Frage(!) zum erwarteten Nutzen

gute Aktivierung der Auszubildenden:

  • häufige Aktivierung der Auszubildenden: durch Fragen und durch Aufforderung zum Schreiben
  • hoher Redeanteil der Auszubildenden
  • viele öffnende und weich formulierte Fragen
  • gutes Feedbackverhalten: … was du sehr gut erklärt hast.ja, sehr gutja, genauprimahervorragend
  • Als es erforderlich war, gab es eine Unterstützung für die Auszubildende durch eine Antworthilfe: Fällt dir noch ein Raum einin Bezug auf die berufliche Tätigkeit des Vaters?

guter Schlussteil:

  • Die ‚Zusammenfassung‘ war keine vorweg genommene Erfolgskontrolle, sondern eine Wiederholungs-Variante: Die Auszubildende sollte ihre gedankliche Verknüpfung zwischen den Zimmer-Abbildungen und den Gefahren rekonstruieren.
  • Die Erfolgskontrolle entsprach weitgehend dem Feinlernziel (siehe jedoch letzter Hinweis ganz am Ende dieser Zusammenstellung)
  • Transfer-Impuls (Hinweis auf Praxis-Anwendung) vorhanden
  • Hinweis auf Eintragung in den Ausbildungsnachweis vorhanden
  • Ausblick auf den Folgeunterricht vorhanden

Was der Ausbilder in der praktischen Prüfung ändern / besser machen sollte:

  • Die Auszubildende einige Mal (eben nicht nur zu Beginn) mit ihrem Namen ansprechen.

  • Die Fragen während der Stofferarbeitung, welche ‚passenden‘ Gefahren man mit dem Schlaf- und dem Kinderzimmer in Verbindung bringen könnte, erscheinen weit hergeholt. (Das Konzept sieht ein anderes Vorgehen vor, nämlich kein Abfragen entsprechend der Bild-Reihenfolge und eine andere Art von Frage-Inhalten zu den Gefahren ‚Sturm‘ und ‚Hagel‘! – Der junge Mann ist ein Versicherungskaufmann und glaubte, dass er den Inhalt aus dem Ärmel schütteln könnte … und hatte sich deshalb nur oberflächlich mit dem Konzept vertraut gemacht. – Natürlich wäre es auch möglich gewesen, die Grafiken entsprechend der Reihenfolge der Lernschritte im Konzept zu sortieren …)

  • Vor der Erfolgskontrolle sollte der Ausbilder der Auszubildenden die Unterlage nicht wegnehmen. Es wirkt sympathischer und souveräner, wenn der Ausbilder die Auszubildende vor Beginn der Erfolgskontrolle bittet, die Unterlage umzudrehen.

  • Innerhalb der Erfolgskontrolle hatte der Ausbilder einen Teil der bis dahin fehlenden Stoff-Erarbeitung nachgeholt, nämlich „Gefahren erläutern können“ (zweiter Teil des Lernziels). – Es ist besser, innerhalb der Erfolgskontrolle nur nachhakende Kontrollfragen zu stellen.

  • Das Konzept darf zwar auch innerhalb des praktischen Prüfungsteils verwendet werden, aber es ist eleganter, wenn der Ausbilder weniger häufig auf das Konzept schaut.

  • Die Simulation dauerte mit knapp 16 Minuten etwas zu lange; Zeitvorgabe in der Prüfung: maximal 15 Minuten (in einigen IHKs sogar nur 10 Minuten) – Manche Prüfer sind in diesem Punkt pingelig.

Inwieweit sind Sie zu einer anderen Bewertung gekommen?


Sie sind im Kurs: Aufbau-Modul zur AEVO-Prüfung, Kapitel: 23. Lehrgespräch (Pädagogik), Lernschritt: 23.7 Feedback zum Verhalten des Ausbilders