27.9.2 – Ausbildungsnachweis nicht ordentlich geführt

Lernschritt:

Teil 2

Folgendes könnte ich jetzt noch tun, um den Auszubildenden zu veranlassen, nun endlich die Ausbildungsweise zu führen: 

  • Gespräch an ruhigem Platz und unter vier Augen führen.
  • Gespräch mit einer freundlichen Feststellung beginnen.
  • Das Problem benennen: „Ich habe von Ihnen die fehlenden Ausbildungsnachweise noch immer nicht erhalten, obwohl ich Sie bereits daran erinnert hatte. Das ist nicht in Ordnung!“
  • Dem Auszubildenden eine Stellungnahme ermöglichen, Grund erfragen.
  • Den Auszubildenden bitten, den Sinn der Ausbildungsnachweise zu nennen – ggf. entsprechende Hinweise geben (auch Voraussetzung zur Teilnahme an der Abschlussprüfung).
  • Vereinbarung treffen, wann er die fehlenden Ausbildungsnachweise erstellen soll und bis wann sie spätestens abzugeben sind.

Falls die Ausbildungsnachweise nach Fristablauf noch immer nicht vorgelegt wurden:

  • Erneutes Gespräch führen.
  • Darauf hinweisen, dass er eine Vereinbarung nicht eingehalten bzw. eine Anweisung ignoriert hat. (§ 13 Ziffer 3 BBiG: … den Weisungen zu folgen, die ihnen [den Auszubildenden] im Rahmen der Berufsausbildung von Ausbildenden, von Ausbildern oder Ausbilderinnen oder von anderen weisungsberechtigten Personen erteilt werden)
  • Verständnis zeigen („Auch ich hatte früher, als Auszubildender, damit ein Problem.“)
  • Auswirkungen des Fehlverhaltens aufzeigen: ggf. Vermerk in der nächsten Beurteilung, ggf. Abmahnung, ggf. entsprechende Information an die IHK / HwK bei Anmeldung zur Abschlussprüfung, Risiko, dass die Kammer ihn nicht zur Prüfung zulässt.
  • Erneut eine Zeitspanne vereinbaren, in der die Ausbildungsnachweise erstellt werden sollen; eine weitere Frist für die Erledigung setzen.
  • Die Vereinbarung bzw. den Auftrag schriftlich festhalten und vom Auszubildenden unterschreiben lassen.

Falls die Ausbildungsnachweise nach erneutem Fristablauf noch immer nicht vorgelegt wurden:

  • Verärgerung wegen erneut nicht eingehaltener Vereinbarung spüren lassen.
  • Vermerk in der Beurteilung.
  • Ggf. Abmahnung schreiben.
  • Bei Anmeldung zur Abschlussprüfung ggf. Hinweis an die Kammer, dass die Ausbildungsnachweise erst kurz vor der Prüfung (oder gar nicht) erstellt wurden.

Sobald der Auszubildende die Ausbildungsnachweise erstellt hat, könnte ich mich in folgender Weise verhalten:

  • Ausdrücklich bedanken – mit einem zwinkernden Auge: „Immerhin: Lieber spät als nie.“
  • Die Ausbildungsnachweise sorgfältig durchschauen.
  • Mit dem Auszubildenden über die Qualität der Ausbildungsnachweise reden: Die guten Aspekte anerkennen, Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten geben.
  • Ihn motivieren, die Ausbildungsnachweise künftig rechtzeitig zu erstellen („Sie schaffen das!“); Zeitraum für das Erstellen und Abgabetermin erneut vereinbaren.

Sie sind im Kurs: Aufbau-Modul zur AEVO-Prüfung, Kapitel: 27. Fragen im Fachgespräch, Lernschritt: 27.9.2 - Ausbildungsnachweis nicht ordentlich geführt