23.2c Transkript zum Erklär-Video: Lehrgespräch

Lernschritt:

Zum Ende des Hauptteils kann es sinnvoll sein, die wichtigsten Punkte zusammenzufassen – oder noch besser – zusammenfassen zu lassen.

Alternativ können Sie den Auszubildenden fragen, ob es aus seiner Sicht noch Unklarheiten gibt.

Sofern Sie die einzelnen Lernschritte gut mit dem Auszubildenden erarbeitet hatten, wird es wohl keine Unklarheiten mehr geben. Deshalb würden Sie mit der Frage nach eventuellen Unklarheiten eher Zeit einsparen als mit einer Zusammenfassung.

Für den Schlussteil Ihres Lehrgesprächs sollten Sie etwa zwei bis drei Minuten Zeit einplanen, denn die Prüfer erwarten von Ihnen zu diesem Teil mehrere wichtige Punkte.

Zunächst müssen Sie kontrollieren, inwieweit Ihr Auszubildender das angestrebte Lernziel erreicht hat.

Zumindest in der pädagogischen Theorie soll es am Ende jedes Lehrgesprächs eine Lernerfolgskontrolle geben!

Bauen Sie in Ihre Aufforderung zur Erfolgskontrolle die Kernaussage des Feinlernziels ein, das Sie zu Beginn des Lehrgesprächs genannt hatten.

Wenn Ihr Feinlernziel zum Beispiel lautete, dass der Auszubildende die drei wichtigsten Vorteile des Produktes XY nennen und kurz erklären können soll, dann fordern Sie ihn jetzt mit folgenden Worten auf:

Nennen Sie mir bitte die wichtigsten drei Produkt-Vorteile und erklären Sie sie mir kurz!

Nach kurzem Dank an Ihren Auszubildenden (Ja, danke!) bitten Sie ihn, zunächst selber dazu Stellung zu nehmen, wie gut ihm die Erfolgskontrolle gelungen ist.

Falls er meint, dass er das nicht könne, bestehen Sie auf seiner Selbstbewertung, zum Beispiel mit der Formulierung:

Mit Sicherheit können Sie ungefähr einschätzen, inwieweit Ihnen das gelungen ist:

  • Was war nach Ihrer Meinung gut?
  • Und was hätten Sie wahrscheinlich noch besser hinkriegen können?

Erst anschließend geben Sie dem Auszubildenden Ihr Feedback:

  • Was hat er gut gemacht? – Geben Sie ihm hierzu ein kurzes, angemessenes Lob.
  • Falls er einen Fehler gemacht haben sollte, bitten Sie ihn, noch einmal kurz über diesen Punkt – laut – nachzudenken.

Bitte nennen also nicht Sie sofort die richtige Lösung: Der Auszubildende soll möglichst selber auf die richtige Lösung kommen!

Nachdem Sie die Erfolgskontrolle mit Ihrem Feedback abgeschlossen haben, geben Sie Ihrem Auszubildenden bitte einen Impuls, dass bzw. wie er das Gelernte in der Praxis anwenden soll (= Transfer-Impuls).

Sofern Ihr Feinlernziel zum Beispiel lautete: Eingangsrechnungen sachlich und rechnerisch prüfen, dann können Sie jetzt formulieren:

In den nächsten Tagen erhalten Sie von mir alle Eingangs-Rechnungen, die Sie dann bitte auf sachliche und rechnerische Richtigkeit prüfen. – Dadurch prägt sich das Gelernte noch besser ein.

Danach weisen Sie bitte Ihren Auszubildenden an, auch den heutigen Unterricht in seinen Ausbildungsnachweis / sein Berichtsheft einzutragen.

Abschließend können Sie einen Ausblick darauf geben, was Ihr Auszubildender im dann folgenden Unterricht lernen wird. – Sie hatten Ihren Unterricht mit einem Rückblick begonnen und schließen nun mit einem Ausblick ab.

Ihr Roter Faden, also Ihr Unterrichtskonzept, wird noch übersichtlicher, wenn Sie das Konzept um eine Spalte erweitern, in die Sie die ggf. einzusetzenden Unterrichtsmedien, also die verwendeten Unterrichtshilfsmittel, eintragen.


Sie sind im Kurs: Aufbau-Modul zur AEVO-Prüfung, Kapitel: 23. Lehrgespräch (Pädagogik), Lernschritt: 23.2c Transkript zum Erklär-Video: Lehrgespräch