23.2a Transkript zum Erklär-Video: Lehrgespräch

Lernschritt:

Hallo und herzlich willkommen,
liebe Teilnehmerin, lieber Teilnehmer,

nach dieser Präsentation können Sie begründen,

  • wie Sie das Konzept für Ihr Lehrgespräch*) gestalten sollten
  • und vor allem, warum Sie es in dieser Weise tun sollten.

*) mit grundlegenden Infos, die auch für die Planung und Durchführung eines Unterrichts nach der Vier-Stufen-Methode gelten!

Ihr Konzept darf zwar nicht bewertet werden, wird aber Bestandteil Ihrer Prüfungsunterlagen.

Es gibt nur wenige Kammern, die kein Konzept erwarten.

Die Prüfer haben es während Ihrer Unterrichts-Simulation anhand Ihres Konzeptes recht leicht,

  • die Struktur und die Details Ihres Lehrgesprächs zu erkennen und
  • Ihr Lehrgespräch dann auch auf dieser Basis zu bewerten.

Ein gutes Konzept nutzt in erster Linie Ihnen, weil es sich dabei um die schriftliche Fixierung Ihrer Unterrichtsplanung handelt:

Je sorgfältiger Sie Ihren Unterricht planen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Ihnen das Lehrgespräch innerhalb der praktischen Prüfung gut gelingen wird.

Ihr Konzept stellt den Roten Faden für Ihren Unterricht dar, und diesen Roten Faden dürfen Sie als Spickzettel während Ihrer Prüfung verwenden. (Ergänzung: Es gibt inzwischen mindestens eine IHK, die es nicht erlaubt, das Konzept als Spickzettel zu verwenden. – Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer IHK.)

Wenn Sie während der Unterrichtssimulation immer wieder mal kurz auf Ihren Spickzettel schauen,

  • verringern Sie das Risiko, dass Sie ins Stocken kommen
  • bzw. Sie können den eventuell gerissenen Faden schnell wieder aufnehmen.

Damit Ihr Spickzettel diese Funktion erfüllen kann, sollten Sie Ihr Konzept übersichtlich gestalten.

Teilen Sie Ihr Konzept am besten so auf, wie Sie das in der Schule für die Gliederung eines Aufsatzes gelernt hatten, also in

  • Einleitung,
  • Hauptteil und
  • Schlussteil.

Ihre zuständige Kammer (also Ihre Industrie- und Handelskammer bzw. Ihre Handwerkskammer) gibt vor, wie lange Ihre Unterrichts-Simulation insgesamt dauern soll.

Die Spanne reicht

  • von 10 Minuten
  • bis maximal 15 Minuten

Bitte werden Sie sich von vornherein bewusst, dass

  • wegen wichtiger Details in der Einleitung und
  • wegen wichtiger Details im Schlussteil

für die eigentliche Stoffvermittlung im Hauptteil nur etwa zwei Drittel der Gesamtzeit verbleiben.

Bei einer Vorgabe von maximal 15 Minuten verbleibt unter Berücksichtigung von Einleitung und Schlussteil für die Stofferarbeitung (zusammen mit Ihrem Auszubildenden) eine Kernzeit von nur etwa 10 Minuten.

Bei einer Vorgabe von maximal zehn Minuten reduziert sich die Kernzeit sogar auf nur etwa sieben Minuten.

Starten Sie Ihren Unterricht mit einer kurzen Begrüßung, zum Beispiel  Hallo, Sophia oder Hallo, Herr Özdemir.

Manche Kammern erwarten danach ein kleines Warming-up, zum Beispiel mit der Frage, wie es dem Auszubildenden gerade geht oder wie gut er aktuell in der Berufsschule zurechtkommt.

Andere Kammern halten das nicht für erforderlich und sogar für realitätsfremd, denn wenn Sie mit Ihrem Auszubildenden den ganzen Tag zusammenarbeiten, hatten Sie vermutlich bei Arbeitsbeginn bereits ein bisschen Small-Talk gehabt.

Sofern Sie den Auszubildenden zu seinem Wohlbefinden oder seinem Stand in der Berufsschule fragen, müssen Sie damit rechnen, dass er nicht nur mit einem einzigen Wort antwortet. Das birgt die Gefahr, dass Sie wertvolle Zeit für Ihr eigentliches Lehrgespräch verlieren.

Das Konzept-Muster verzichtet auf Small-talk.

Egal, wie Sie sich entscheiden: Für den Fall, dass die Prüfer im Anschluss an Ihren Unterricht zum Thema Warming-up nachhaken, sollten Sie darauf vorbereitet sein.

= = =

Hinweis: In letzter Zeit häufen sich die Rückmeldungen von PrüfungsteilnehmerInnen, die davon berichten, dass (manche) Prüfungsausschüsse einen Smalltalk unbedingt erwarten. Hier der Originaltext einer Prüfungsteilnehmerin:

Meine Begrüßung / Anknüpfung war laut Prüfer überhaupt nicht motivierend. Ich hätte den Prüfer-Azubi fragen sollen, z. B. wie es ihm geht. Der Azubi hätte sich ja heute nicht in der Lage fühlen können, etwas Neues zu lernen … weil es dem Azubi körperlich nicht gut geht …

Deshalb wiederhole ich meinen obigen Hinweis an Sie: 

Egal, wie Sie sich entscheiden: Für den Fall, dass die Prüfer im Anschluss an Ihren Unterricht zum Thema Warming-up nachhaken, sollten Sie darauf vorbereitet sein.


Sie sind im Kurs: Aufbau-Modul zur AEVO-Prüfung, Kapitel: 23. Lehrgespräch (Pädagogik), Lernschritt: 23.2a Transkript zum Erklär-Video: Lehrgespräch