26.4 weitere Tipps für Ihr Fachgespräch

Lernschritt:

In der schriftlichen IHK-Prüfung hatten Sie die Prüfungsfragen im Multiple-Choice-Verfahren (Auswahl-Antwort-Verfahren zu beantworten; Sie mussten Ihre Kreuzchen also ’nur‘ an die richtigen Stellen setzen. – Die allermeisten IHKs nutzen das Multiple-Choice-Verfahren; nur bei einigen wenigen IHKs und bei den meisten (oder allen?) Handwerkskammern muss man im schriftlichen Prüfungsteil mit eigenen Formulierungen antworten.

Im Fachgespräch bekommen Sie keine Antworten zum Auswählen vorgelegt. Stattdessen sollen Sie die passenden Inhalte selber darstellen und formulieren.

Das Lernen mit Ihrer AEVO-Lernkartei bereitet Sie darauf vor: Zur jeweiligen Frage auf der Karten-Vorderseite können Sie zunächst die Antwort selber überlegen, bevor Sie den Antworttext auf der Karten-Rückseite lesen. – Noch wirkungsvoller wäre es, wenn Sie Ihre Antwort-Gedanken laut formulierten: Das wären dann schon kleinen Generalproben für Ihre Antworten im Fachgespräch.

Stellen Sie sich bitte darauf ein, mit dem Prüfer ein fachliches Gespräch zu führen: Der Prüfer liefert Ihnen ein Stichwort (als Frage formuliert), und Sie nehmen dieses Stichwort gerne auf, um sich darüber mit ihm zu unterhalten. Im Fachgespräch soll es keine Fakten-Abfragerei geben: „Die Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation sind im Fachgespräch zu erläutern.§ 4 (3) AEVO

Tipp 1

Wenn Sie mal eine Frage nicht richtig verstanden haben sollten, dann fragen Sie bitte nach:

  • Ich habe Ihre Frage akustisch nicht verstanden; können Sie sie bitte wiederholen!
  • Ich verstehe den Inhalt Ihrer Frage nicht. Können Sie Ihre Frage bitte mit anderen Worten wiederholen?
  • Ich habe Ihre Frage so verstanden: Sie möchten von mir wissen, ….

Tipp 2

Beantworten Sie die Fragen nicht mit nur knapp formulierten Sätzen, sondern sehen Sie die jeweiligen Fragen als Aufforderung an, zu diesen Themen möglichst umfassend Stellung zu nehmen (vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen). – Lassen Sie sich auf keinen Fall die Antworten ‚wie Popel einzeln aus der Nase ziehen‘!

Falls Ihre Ausführungen dem Prüfer zu ‚abschweifend‘ erscheinen sollten, wird er Ihnen das schon sagen.

Tipp 3

Zu den Gesprächs-Impulsen des Prüfers können Sie in verschiedene Richtungen (jeweils richtig) antworten. Reißen Sie bei Ihrer Antwort aber nur solche Inhaltsteile an, die Sie gut beherrschen: Der Prüfer könnte interessiert nachhaken …

vom Hölzchen aufs Stöckchen und in alle Richtungen – zur Veranschaulichung: Angenommen Sie würden vom Prüfer gefragt werden Wie definieren Sie eigentlich ‚Lernen‘?, dann könnten Sie ihm zum Beispiel ganz viel zu diesen Stichpunkten etwas erzählen:

Bitte bekommen Sie keinen Schreck: Sie brauchen den Inhalt dieser MindMap für Ihre AEVO-Prüfung nicht zu beherrschen.

Was darf konkret angesprochen werden?

Die Ausbildungsordnung benennt den Inhalt Ihres Fachgesprächs: „Die Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation sind im Fachgespräch zu erläutern.§ 4 (3) AEVO

Die Prüfer werden Ihnen deshalb Gesprächs-Impulse geben …

  • zum Berufsbildungsrecht (Auswahl Ihres Unterrichts-Inhalts) und

  • zu pädagogischen Aspekten (Gestaltung Ihrer Unterrichts-Simulation) – inklusive möglicher Varianten. Zu diesem Teilthema gehören auch alle möglichen pädagogischen Aspekte (Lernkarten Nummern 140 bis 247).

Zum Berufsbildungsrecht gehören in diesem Zusammenhang insbesondere die

  • Ausbildungsordnung mit dem
  • Ausbildungsberufsbild (Richtlernziele) und dem
  • Ausbildungsrahmenplan (Anleitungen zur sachlichen und zur zeitlichen Gliederung der Berufsbildung) sowie dem
  • (betrieblichen) Ausbildungsplan.

Angesprochen werden könnte auch der ‚Rahmenlehrplan‘ (der Berufsschule).

Die insgesamt 32 Fragen innerhalb des OnlineKurses (siehe die nächsten Lernschritte) entsprechen den AEVO-Vorgaben und stellen eine Konkretisierung der AEVO-Formulierung dar!

Es ist natürlich möglich, dass die Gesprächs-Impulse des Prüfers anders formuliert werden als in dieser Unterlage.

Es kann auch sein, dass sich die Gesprächs-Impulse auf einige andere Punkte zielen, die im Grenzbereich liegen.

Was darf nicht gefragt werden?

Nicht zulässig für das Fachgespräch im Anschluss an eine Unterrichts-Simulation sind Fragen aus dem Arbeitsrecht, zum Beispiel zum Jugendarbeitsschutzgesetz, zum Betriebsverfassungsgesetz, zu Urlaubsregelungen, zur Höhe der Ausbildungsvergütung oder in welchen Fällen der Auszubildende nach der Berufsschule noch einmal in den Betrieb beordert werden kann.

… es sei denn, dass Sie solche Inhalte zum Gegenstand Ihrer Unterrichts-Simulation gemacht hatten. (Im Lernschritt 21.1 hatten Sie gelesen: Wählen Sie für Ihre Unterrichts-Simulation einen relativ einfachen kleinen Lerninhalt aus Ihrem beruflichen Bereich, den Sie sehr gut beherrschen.)


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